~ Tod

Montag, 26. September 2011

Ich glaube wir brauchen Trauerbegleiter

Ich war heute auf einer Beerdigung. Der Lebensgefährte meiner Oma ist gestorben. Ich freute mich, dass man vor der Beerdigung noch den Leichnam sehen durfte. Ich stellte mir vor, wie ich ihn nochmal berühren kann und mich persönlich von ihm verabschieden könnte.

Als ich jedoch dieses Raum in der Leichenhalle betrat, war ich mehr als enttäuscht. Nicht nur, dass es so dunkel war und man fast den Flur nicht sah, nein. Es war eine Scheibe davor. Und so lag der Mann hinter einer Scheibe. Die Wände waren beschmutzt und grau gemalt. Der Sarg stand auf einer Bahre, die nicht mal mit einem Tuch abgedeckt war. An der grauhäßlichen Wand fanden sich überall schwarze Spuren, was für mich ein Anzeichen war, dass man den Sarg vermutlich nicht so gefühlvoll um die Ecke fuhr, denn dafür waren die Schrammen viel zu dick. Außerdem ärgerte ich mich über den offenen Mund, den hätte man mit wenigen Griffen verhindern können. Das war aber das kleinere Problem.

Das Licht erinnerte mich an eine alte Straßenlaterne. Und das Geräusch der arbeitenden Belüftung lies ein Gefühl aufkommen: in der Besenkammer muss es schöner sein.

Die Beerdigungszeremonie war so wie immer. Ich sang die Lieder nicht mit, zum Vaterunser ließ ich mich überreden und schwörte nie wieder das Gebet aufzusagen. Ansonsten Gerede über Gott und wie er uns beisteht und die Trauer von uns nimmt.

Nichts persönliches in dem Raum. Nichts für den Verstorbenen.

Und dabei gibt es so tolle und schöne Möglichkeiten Abschied zu nehmen. Leider stand ich der Familie der Trauernden viel zu weit weg um ihnen Tipps "geben zu dürfen".

Sowas bestärkt mich immer mehr nach dem Studium in diesem Bereich tätig zu sein. Ich habe nur in letzter Zeit daran gezweifelt. Die Gründe möchte ich nicht aufführen, aber ich beschäftige mich schon länger mit dem Tod und ich dachte, dass es irgendwann auch genug ist. Das es mal sinnvoll ist - ja - den Tod zu verdrängen. Es ist aber auch sinnvoll den Tod anders zu gestalten. ich weiß nicht, warum wir an Sachen festhalten, die uns nicht mehr viel bedeuten. Warum wir uns nicht trauen mal etwas neues auzuprobieren. Ich würde mich freuen als Trauerbegleiterin oder Trauerrednerin zu arbeiten. Und ich denke, dass ist nach dem Studium sicherlich eine Option.

LG

Niphredil

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Es wohnt Genuss im dunklen Waldesgrüne, entzücken weilt auf unbetretener Düne, Gesellschaft ist, wo alles menschenleer, Musik im Wellenschschlag am ewigen Meer. Die Menschen lieb ich, die Natur noch mehr. Lord Byron

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