~ Philosophisches...

Freitag, 15. Juni 2012

Selbsttherapie - immernoch

Zu den Eltern habe ich immernoch keinen Kontakt. Meine Mutter hatte wohl einen Herzinfarkt und liegt im Krankenhaus. Natürlich klingelte deswegen mein Telefon Sturm. Ich ignorierte alles. Ich kam mir aber vor wie in einem Theaterstück namens "Psychoterror". Ist es kalt meine Mutter nach einem Herzinfarkt zu ignorieren? Weiß ich nicht, aber wahrscheinlich dauert es zwei Wochen und meine Eltern machen mich für den Herzinfarkt verantwortlich. Tut mir leid, so weit reicht meine Hexenkunst nicht aus. Sie reicht aber aus, um den ganzen Mist zurück zu senden, wohin er gehört.

Ich versuche glücklich zu sein und es ist erstaunlich, dass es tatsächlich Eltern gibt, die gerade das nicht wollen. Jeder ist für sich selbst verantwortlich. Ich möchte mich nicht auf eine Reinkanation oder ein Paradies verlassen, ich hätte gern ein schönes Leben, indem Menschen leben, die mir Raum für mein Glücklichsein lassen. Alle anderen Menschen, die meinen sie müssten Fluchen, Weinen, sich selbst bemitleiden, sich selbst runterziehen, sollen selbst da bleiben wo sie sind. Keiner wird ihnen freiwillig folgen.

Ansonsten gehe ich weiter den Weg der Selbsttherapie. Ich lese dazu parallel "Susan Forward - vergiftete Kindheit" und "Jean C. Jenson - die Lust am Leben wieder entdecken". Ich bin nun bei dem emotionalen Teil gelandet und dachte ja, dass es nicht so schwer sein wird. Ich las mir nur die erste Übung durch und konnte nur noch heulen. Die Übung bestand darin, sich ein Kinderfoto von sich selbst raus zu suchen und dieses Bild zu besprechen. "Du bist nicht verantwortlich dafür, dass sie (die Eltern) unglücklich waren". Und da sind etliche mehr Sätze angeführt und natürlich kann man die Sätze noch ergänzen. Für mich ein Horror meines Lebens: Kinderfoto´s von mir angucken. Verstand nie warum. Konnte den Anblick einfach nicht ertragen. Ich hatte keine Kindheit, sondern lebte nur für die Bedürfnisse von Erwachsenen.

Wie hart das klingt, muss mir die Worte immer wieder durchlesen ... aber es ist leider so gewesen. Wenn der eigene Wille wegerzogen wird und du nur Mist von Erwachsenen eingebläut bekommst vergißt du wer du eigentlich bist. Aber eins weiß ich: ich will mich entdecken =) Ich bin aufgeregt, was finde ich denn da? Wo ist mein Weg? Was ist mein Charakter? Was will ich überhaupt?

Es ist eine aufregende Zeit, aber auch eine Zeit, in der ich viel Schmerzen aushalten muss, damit er sich auflösen kann und Platz machen kann für ... mich =)

Oft frage ich mich, ob ich solch private Dinge von mir schreiben kann, hier im Blog. Schließlich werden Eltern verehrt, ja sie besitzen ja schon fast Götterstatus. "Ja er hat mich geschlagen, aber das hat mir gut getan." Sollte dieser Satz in deinem Kopf kursieren, so lass mir dir etwas auf den Weg mitgeben: Du bist gefangen in einer Schmerzensschleife. Verdammt immer und immer wieder zu wiederholen, Schmerzen zu erleiden und es auch noch gut zu finden. Du wächst an Schmerzen? Bin ich nicht deiner Meinung. Man wächst am Glücklichsein, man wächst im Einklang mit sich selbst zu sein, man wächst daran in Balance zu sein. Schmerzen sind Sterbeprozeße, Glücklichsein sind Lebensprozeße =) Sterben werden wir später, Leben tun wir jetzt.

Lebt! =)

Ansonsten rebelliert mein Körper momentan verstärkt auf den Stress der Aufarbeitung. Ich hab heftige Magenprobleme und ich bin furchtbar dusselig geworden. Klemmte mir vor paar Tagen den rechten Fuß im Schrank ein (jaja ^^). Der ist sowas von blau und dick und schmerzt bei der kleinsten Berührung. Andauernd hab ich Spreizel in den Händen (aaah das hasse ich! ^^).

Vor paar Tagen hatte ich einen unglaublichen Erfolg in meiner Selbsttherapie. Es ist fast unmöglich, doch es ist mir gelungen! So unter zu tauchen, dass man an eine kindliche Angst anknüpfen kann. Es ist mir gelungen! Zuerst war nur das Gefühl da, dass einfach nie jemand für mich da war. Dann stieg ich weiter hinab und dann war da das Gefühl des "Fallen gelassen werdens". Und dieses Gefühl traf mich so heftig, dass ich völlig Steif wurde und vergaß zu atmen. Und dann musste ich jedes Mal gähnen. Ich hatte das Gefühl, aber ich wusste nicht zu welchem Ereignis das Gefühl gehörte. Ich interpretierte das Gähnen, dass es etwas mit der Nacht zu tun haben müsste. Und dann kam es. Meine Eltern, die immer spät nachts von der Arbeit aus ihrer Kneipe kamen, stritten sich häufig gerade Nachts und manchmal schlugen sie sich auch Nachts. Und ich bekam natürlich alles mit. Ich fiel. Ich verlor jegliche Sicherheit und fiel und fiel und fiel. Ein Kind ohne Sicherheit stirbt, also spaltete ich das Gefühl von dem Ereignis ab. Alles war gut, aber das Gefühl war versteckt im Unterbewusstsein. Aber nun hatte ich es geschafft. Eine unbewusste Angst verband sich mit einem Ereignis. Und diese Angst kann mir heute nicht im Weg stehen. Ein Erfolg ;-) Es war unglaublich an die Gefühle eines Kindes anschließen zu können. Die Gefühle waren so heftig, aber auch rein und ehrlich. Richtig intensiv. Es war so ein Chaos in mir, aber es war so erleichternd.

Entschuldigt (mal wieder) meine seltenen Einträge im Blog. Ich liebe diesen Blog! Meinem Hund gehts momentan gut, Auge ist gut =) Garten explodiert förmlich in diesem Jahr! Es ist unglaublich wie üppig alles wächst. Jeder Samen keimt, ich habe null Platz!

Bis zum nächsten Mal!

Eure Niphredil.

Mittwoch, 16. Mai 2012

Ein Kind schlagen - ist ja nur ein Klaps

Hallo ihr Lieben.

Sorry, wenn ich momentan nicht so viel schreibe, ich bin immer noch dabei meine Vergangenheit aufzuarbeiten. Und das erfordert viel Zeit und Energie; zudem möchte ich auch nicht alle privaten Sachen von mir ausplaudern.

Das Thema Kindheit/Eltern und Vergangenheit ist ein Thema was in den letzten zwei Jahren immer wieder aufbrach. Angefangen hat alles damit, als ich im Garten ein Text von Carl Rogers las. Ich spührte wie dieser Text mich im Unterbewusstsein berührte und sich langsam ein Faden spinnte, der mich in eine Tür blicken ließ, die sonst verschlossen war. Ich hatte immer Angst meine Schattenseite zu bearbeiten. Es war jahrelang meine größte Angst mich in meinen eigenen Schattenraum zu bewegen. Ich fürchtete mich vor den ganzen Lügen, davor, dass ich mich selbst betrügte und ich fürchtete mich vor den ganzen Dämonen und Leichen, die ich dort begraben hatte.

Ja, aber es war unausweichlich. Und als ich immer wieder einen Faden fand, brach es einfach durch. Dann gab es für mich kein Halten mehr; und ich kramte alles aus, was sich da unten verbarg. Das geht jetzt seit zwei Monaten so. Stück für Stück wird alles rausgekramt.

Ein Tipp möchte ich auch geben, den ich den letzten Wochen gelernt habe: Die Angst ist ein Wegweiser. Gerade vor was man sich fürchtet, muss man tun! Das ist der Weg der Heilung...

Schon komisch, dass jeder sagt, dass Angst sinnvoll ist und das sie uns vor Gefahren schützt. Ja, sie ist sinnvoll, wenn sie uns vor REALEN Gefahren schützt. Wenn es um unseren Körper und unser Leben geht. Aber wo gibt es heute für den Menschen einen Grund in Gefahr zu sein? Also. All unsere Ängste sind Wegweiser.

Das Unterbewusste versucht mit Angst, die durchaus real gefühlt wird, nur zu verhindern, dass mit uns was geschieht. Das Problem ist jedoch, dass diese Angst gespeichert ist im Kinderunterbewusstsein. Für das Unterbewusstsein gibt es keinen Zeitrahmen. Hat es einmal eine Erfahrung gemacht in der Kindheit, wird diese Angst immer im Leben real sein. Ob mit 7 Jahren oder mit 99 Jahren. Das Unterbewusstsein kennt keine Zeit. Fürs Unterbewusstsein und für uns ist die Angst sehr real, doch in der Erwachsenenwelt existiert sie gar nicht.

Den Brief, den ich meinen Eltern geschrieben habe, habe ich auch abgeschickt und sie haben ihn auch bekommen. Alle Demütigungen, Verletztungen stehen drin. Viele Eltern denken, sie könnten beleidigen, schlagen und demütigen ohne jemals die Rechnung dafür zu bekommen. Es klappt ja auch ganz gut - das schlagen.

Das Kind denkt irgendwann, dass es das schlagen verdient. Das es selbst Schuld ist, weil es etwas angestellt hat. Was hat es denn angestellt? Das Zimmer nicht aufgeräumt? Eine schlechte Note nach Hause gebracht? Werden Erwachsene dafür geschlagen? "Mir hat es gut getan" höre ich desöfteren. Was hat gut getan? Der Schlag? Sicherlich nicht. Das die Gefühle abgestumpft sind, damit man diesen Schmerz nicht mehr fühlt? Das ist es sicherlich. Und so leben wir in einer Welt, voller gedämpfter Gefühle, die sich nur aktiv-aggressiv in ganz anderen Gebieten zeigt. Ich denke da an Alice Miller, die über den Holocaust schreibt. Wie eine ganze Generation, derart zerstörerisch sein konnte. Eine Generation, die mit brutalen Schlägen aufgewachsen ist. Ich erinner mich da an eine Geschichte meines Vaters, dass sein Bruder mit dem Kochlöffel derart verdroschen worden ist, weil er Kirschen geklaut hat. Und die Mutter meines Vater wurde wahrscheinlich ebenfalls von ihrem Vater so geschlagen. Wie toll war es dann, als so eine Vaterfigur wie Hitler auftauchte und anderen die Schuld gab. Er bot die Möglichkeit seine eigenen aufgestauten und gedämpften Gefühle an anderen - schwächeren, wie sie einst als Kind - auszuleben.

Ja, so leben wir in einer Welt, wo immer noch gedacht wird, dass ein Klaps nicht schadet. Und wir tun es an den reinsten und ehrlichsten Wesen, die auf dieser (schönen und gleichzeitg verschissenen) Welt leben: den Kindern.

LG

Niphredil

Mittwoch, 14. März 2012

Prüfung hinter mir

Hallo ihr Lieben.

Ich habe es endlich geschafft. Ich habe endlich mein Studium abgeschlossen. Mit Wehmut blicke ich zurück. Die guten und die schlechten Seiten den Studiums waren bei mir in den letzten Tagen ein großes Thema.

Ich musste feststellen, dass das Studium überhaupt nicht schwierig war. Zumindestens vom Stoff. Schwierig war es sich an die ganzen Regeln zu halten, die Bücher zu bekommen auf die man seit Wochen wartet... also gekünstelte Schwierigkeiten an der Uni. Ein Affe könnte studieren. Mit Ellenbogen studiert´s sichs zudem sicherlich einfacher. Und man muss wissen, was der Professor von einem will...

Harte Worte, aber das war meine Erfahrung. Mein ganzes Studium lang wehrte ich mich dagegen, mich persönlich als Akademikerin zu sehen. Auch jetzt noch. Jetzt wo ich fertige Akademikerin bin. Als ich noch Realschülerin war bzw. meine Ausbildung machte, waren die Akademiker nähmlich zu mir nicht so nett. Ich durfte mich auf dem Amtsgericht in keine Richtergespräche einmischen, ich wurde von einem Richter zusammengeschissen "Ich hab es nicht nötig sie zu grüßen, sie MÜSSEN mich grüßen!" Schließlich beschloss ich, nie so ein Mensch zu werden. Nie andere für dumm zu erachten oder mich selbst als etwas besseres zu halten.

Als ich auf die Uni kam merkte ich wie nett die Akademiker doch sein könnten... zu ihresgleichen. Das änderte sich aber, als ich meine Sprache behielt, als ich weiterhin mit Dialekt auf der Uni sprach oder eben den Professor nur mit Herr XY ansprach. Verwirrung.

Magistra Artium bin ich nun. Lehrerin der „Freien“ Künste... was immer das kulturell bedeutet.

Für mich bin ich momentan einfach "arbeitslos". Frisch nachm Studium und keine Arbeit. Von ganz oben nach ganz unten. Das geht schnell in Deutschland. Von Elite zum Harzer... aber fürs Harzen verdient mein Mann zu viel.

Also sitze ich zu Hause und weiß nicht so recht was ich mit mir anfangen soll. Stellen sind durchgesucht und es gibt nichts was mir momentan gefallen würde. Zudem sind die Stellen gerade in Rheinland-Pfalz mehr als rar. Aber ok, da ich im Juli sowieso eine Weiterbildung mache und dann eine Selbstständigkeit anstrebe, ist es vielleicht nicht so schlimm... vielleicht.

Momentan steht so viel Neues an, ich kann es nicht so schnell verarbeiten. Akademiker, Arbeitslos, mit der Arbeit von 180 auf Vollbremsung und dazu noch am Wochenende: da gehen wir uns erste Häuser anschauen =) Und ein Haus hat es mir einfach angetan... ich bin so gespannt. Das wäre eine Veränderung, die ich mir sehr wünsche. Ein Raumwechsel. Nein ich laufe nicht davon, schließlich nehme ich mich ja mit =) Aber wenn das AUSSEN zu viel wird, flüchte ich gern. Vorm INNEREN geht das schwer ;-)

Mein etwas negatives Resumee, aber... ich sehs mit Humor ;-) Noch...

LG

Niphredil

Samstag, 14. Januar 2012

Hmmm nein!

Ich möchte nicht da raus. Hab ich eine Meise?

Ich durchlebe momentan eine sehr unangenehme Zeit. Ich stehe kurz vor dem Abschluss meines Studiums und die Jobaussichten sehen überhaupt nicht gut aus. Außer paar 1300 Brutto Volontariatsplätze scheint nichts frei zu sein.

Mein Mann bekam Ende Oktober seinen Traumjob zugesichert. Dieser Traumjob sollte ab Januar losgehen. Der versprochene Job blieb aus. All unsere Träume zerbröselten zu einem Staubhaufen. Es ist als hätte man uns die Perspektive genommen und uns in dieses Haus gesperrt. Ein Haus, das wir schon seit Jahren verlassen wollten. Wir haben in den letzten Jahren sehr viel entbehren müssen. Wir mussten mit wenig Geld leben. Und mit dem eigentlich zugesicherten Job haben wir die Freiheit gewittert. Endlich die Möglichkeit haben selbstständig etwas besitzen und erwerben zu können.

Nun sind wir auf dem Boden der Tatsachen angekommen. Es ist, als hätte man uns die Flügel zum Fliegen genommen. Ich bete jeden Abend zu Gott. Jeden Abend bete ich, er möge uns erhören.

Doch nun, denke ich mir nein! In dieser schlimmen Phase denke ich: bitte noch ein Stückchen mehr. Nein, keine Angst, ich quäle mich nicht gerne.

Aber solch ein dummer Gedanker, man könnte nur mit einem Job alles lösen und weiter auf seiner Couch sitzen und glauben, Wünsche erst erfüllen zu können, wenn dieser Job endlich klappt. Wie fatal! Also nein, lass es nicht vorbei sein Gott, um endlich für mein Leben die Erkenntnis zu bekommen, die ich so sehr brauche:

Es ist scheißegal, es ist alles scheißegal, so lange du nur in Bewegung bleibst! Es ist alles scheißegal, so lange man selbst nach den Träumen fasst! Es ist alles scheißegal, solange deine Gedanken frei bleiben und in dir selbst die Sonne strahlt.

Bitte Gott, geb mir noch paar Wochen!

Liebe Grüße

Niphredil

Donnerstag, 13. Oktober 2011

Ankunft

Gestern kamen wir von unserer zweiten Heimat wieder nach Hause. Der Übergang von "dort" zu "hier" ist fürchterlich für mich. Diese Wohnung und das Leben hier engt mich ein. Es engt meine Fantasie, meinen Geist und meine Gedanken ein.

Ich glaube ich bleibe hier nicht mehr ein Jahr. Spätestens nächstes Jahr Mitte März bin ich fertig mit dem Studium und da gebe ich mir ein halbes Jahr für einen Job und ein neuen Lebensraum.

Ich habe keine Lust mehr auf Menschen, die mir immer vorschlagen, was ich zu tun habe und ich habe auch kein Bock mehr auf diese eklige stinkede Industriestaat, wo anscheinend nur verblödete und ignorrante Menschen leben. Das Leben ist zu kurz...

LG

Niphredil

Mittwoch, 28. September 2011

Alice Schwarzer und Lady Bitch Ray

Jemand gestern Maischberger geschaut? Es trafen sich 4 "potentielle" Frauen und ein Mann.

Alice Schwarzer. Ich mag sie ja eigentlich diese Schwarzer. Bisschen nervig und leider in den letzten Jahren immer mehr verflacht. Sie kratzt höchstens nur noch die Oberfläche. Mag sein, dass sie die Machos des Monats wählt, doch was hilft uns das weiter?

Lady Bitch Ray. Vorher nie etwas von ihr gehört und gesehen (gott sei dank). Eine Frau mit Vaginafotzenpower (ihre Worte!), die über ihre Muschi reden möchte. Mein Gott Vagina, Fotze, Muschi. Die Frau studierte Linguistik und 90% ihres Wortschatzes verpafft die in diesen 3 Worten. Alles scheint sich darum zu drehen. Sie zieht sich an wie eine Schlampe, schon stylisch aber billig. Sie möchte jedoch nicht, dass ihr Äußeres gegen sie verwendet wird. Mädl wach doch auf! Es ist scheiß egal wie eine Frau aussieht, es wird immer gegen dich verwendet. Wenn du häßlich und ungepflegt bist ebenso, wenn du dich sexy kleidest.

Mit in dieser "Plastik"-runde noch Sonya Kraus. Ganz ehrlich? Ihr kennt doch diese kleinen Footballschläger, die man aufblasen kann? Die ganz weich sind, wenn man auf jemanden einschlägt? Das habe ich mir für Sonya Kraus gewünscht. Nicht nur, dass sie aufeinmal wie Kader Loth gesprochen hat. Sie gab Sachen von sich, ich dachte echt sie hätte vor der Sendung Schlaftabletten genommen. Ihr Statement des Tages: lasst Titten spielen und Männer sind hypnotisiert und manipulierbar.

Von der vierten Dame hab ich leider den Namen vergessen, sie hatte aber eine relative gute Beobachtungsgabe und sollte Psychotherapeutin werden. Sie war mir noch die angenehmste von allen.

Alles in allem eine Runde, die wieder mal überhaupt nicht der normalen Frau entsprach. Die Vollblutfeministin, eine Schlampfe - ja und Sonya keine Ahnung - und eine Tüte voll mit heißer Luft. Gesprächsthemen? Muschis oder Machos. Klitoris oder Küche. Ich musste die Sendung über Schmunzeln und freute mich über diesen hirnlosen Austausch über und mit Frauen. Klar, dass das Thema der Muschi immer wieder Interesse auf sich zieht. Es ist klar, dass ich in meinem Leben schon viele Schwänze gesehen habe, weil Männer ständig irgendwo ohne Scham hinpinkeln oder ihren Hosenschlitz nicht zu machen können. Klar man könnte darüber reden, warum man Muschis nicht in der Öffentlichkeit sieht? Weil es vielleicht schwer ist breitbeinig durch die Gegend zu laufen. Vielleicht ist es auch zu umständlich sich erstmal auf den Rücken zu legen.

Aber die Muschi ist ja nicht das Thema. Zumindestens für normale Frauen. Normale Frauen interessiert, warum es so viele Beleidigungen für sie gibt, welche auf ihr Geschlecht zurückführen? Sie interessiert, warum sie immernoch zu wenig verdienen? Sie interessiert, wie sie dadurch im Rentenalter leben können? Sie interessiert, warum gerade die Frau so medikalisiert wird? Sie interessiert, warum es immernoch so schwer ist, sich für ein Kind zu entscheiden, wenn man voll und ganz im Berufsleben steht? Und sie interessiert, warum gerade sie oft Opfer von sexueller Gewalt ist? Sie interessiert, warum gerade Frauen oft im Billiglohnsektor schafft. Ah Billiglohnsektor, ja da kommen wir ja der Schlampensache schon näher.

Die Frauen interessiert es einen Scheißdreck wer ein Macho ist und was mit meiner Vaginafotzenpower los ist. Aber Dr. Lady Bitch Ray will ja nur provozieren! Ja eben: NUR. Daneben diskriminiert sie wie andere.

Ich bin mal gespannt, ob es jemals in diesem JahrTAUSEND noch möglich sein wird, dass es einmal eine Runde gibt, wo zum Beispiel darüber gesprochen wird, wie die Unterschiede im Lohn zwischen Mann und Frau ausgeglichen werden soll?

Niphredil

p.s. Lisa du hattest wohl Recht.

Dienstag, 16. August 2011

Für die Wurzeline ^^

Da ich die Aufforderung bekommen habe zu schreiben (^^) mache ich das mal:

Es fällt mir ehrlich gesagt nicht einfach. Seit 10 Uhr morgens bis fast 19 Uhr sahs ich an meiner Arbeit und am Liebsten würde ich jetzt ehrlich gesagt mich einfach auf meine Couch hauen. Wenigstens hat es noch für das Trainieren gereicht. Das ewige Sitzen nervt mich zunehmend. Diese mangelnde Bewegung, dieser Platz nur um den Stuhl, dieser Schreibtisch. Bewegung ist Leben, Bewegung ist Freiheit und ich könnte echt in den Schreibtisch beißen. Ich kann mir nicht vorstellen, wie ich später im Berufsleben echt 8 und mehr Stunden am PC sitzen soll, für den Rest meines Lebens. Ich glaube da gehe ich ein. Ich hoffe mich verschlägt es irgendwo hin, wo man sich bewegen darf.

Nun aber eigentlich zu dem über was ich schreiben wollte:

Ich schreibe ja über Tod und Sterben, speziell über die Hausaufbahrung. Und heute las ich ein Buch von Imhof. Es heißt "Die Lebenszeit". Ich mag Imhof wirklich sehr. All seine Bücher, am Besten ist jedoch das Buch über die Strategie unserer Vorfahren den Alltag zu bewältigen.

Ja das Buch heute ging mir durch den Kopf. Wir haben die Ewigkeit (den Himmel) gegen paar Jahre mehr Leben eingetäuscht. Glaube gegen Wissenschaft sozusagen. Und es verwundert mich sehr wie unsere Vorfahren gelebt haben. Sie hatten ein sehr viel kürzeres Leben, haben oft nicht miterlebt wie ihre Kinder erwachsen wurden und starben meistens sehr schnell an Infektionen etc. Heute leben wir fast doppelt so lang (wenn wir nicht vorher den Löffel abgeben), wir sehen wie unsere Kindeskinder Kinder bekommen und oft brauchen wir Jahre zum Sterben. Und irgendwie sind wir ja nicht so wirklich glücklich damit.

Selbstverwirklichung? Statt Selbstfindung? Imhof schreibt, dass die Selbstfindung in dem Alter erfolgen soll, wo wir sozusagen in Rente gehen. Aber ist das sinnvoll? Eigentlich versuche ich mich jetzt schon zu finden. Ich empfinde das Alter als viel zu spät dafür. Natürlich veränder ich mich über mein ganzes Leben und irgendwie ist man nie so richtig "fertig" mit sich, so ist eben die Sozialisation und die Identität. Aber das nach hinten verschieben? Nein. Irgendwie muss man sich ja ein Stück weit selbst gefunden haben, um zu wissen was man im Leben eigentlich will.

Was machen wir nun mit unseren gewonnen Jahren, die unsere Vorfahren nicht hatten?

Absitzen? Feiern? Schätzen? Nutzen?

Gedanken um die gewonnen Jahre implizieren schon, dass man vielleicht "nicht da ist". Haben die gewonnen Jahre überhaupt in der Gegenwart eine Bedeutung, wenn ich morgen vielleicht tot bin? Deswegen macht sich wohl auch keiner wirklich Gedanken drum. Es macht keinen Sinn zu überlegen, was ich in den gewonnen Jahre mache. Es macht Sinn am Morgen nachzudenken, mit welchem Gefühl ich in den Tag starten möchte. Alles andere ist vergänglich.

Trotz diesen Kritikpunktes an Imhof, der Mann ist einfach genial.

Liebe Grüße

Niphredil

P.s.: den Löffel abgeben: Unsere Vorfahren besaßen nur einen Löffel. Der wurde stets bei sich getragen. Ging man ins Wirtshaus wurden keine Löffel zum Essen mitgegeben. Starb man, so gab man den Löffel ab. Der Löffel war ein wertvolles Utensiel und war es wert weitervererbt zu werden. Ich glaube in meinem Leben hab ich schon über 100 Mal einen Löffel abgegeben.

Montag, 2. Mai 2011

Der Sinn des Lebens

In den letzten Tagen haben ich für meine Magisterarbeit viele philosophische Texte gelesen, weil ich auf der Suche war nach Erklärungen, wie wir mit dem Tod umgehen. Dabei stieß ich zufällig auf die Sinnfrage. Warum leben wir? Was ist der Sinn unseres Lebens?

Ein Auto hat beschrieben, dass der einzige Sinn im Leben ist, dass wir sterben. Das kann aber logisch gedacht nicht stimmen. Wenn das unser Sinn ist, einfach zu sterben, warum werden wir denn überhaupt geboren?

Ein anderer behauptet, dass die Fortpflanzung unser Sinn ist, aber auch das erscheint mir nicht logisch. Warum brauchen wir denn Eltern? Wenn der einzige Sinn die Fortpflanzung ist?

Dann kam ich auf den Gedanken, dass jedes Lebenwesen zwei Aufgaben hat, sich einmal fortzuplanzen und für irgendwen als Futter zu dienen. Also EINEN Sinn zu haben, erscheint mir auch nicht logisch. Ein Regenwurm arbeitet fleißig auf meinem Komposthaufen, dient aber auch den Vögeln zum überleben. Und da dachte ich mir, dass der Sinn des Lebens sein müsste im Einklang mit allem zu leben. Wenn etwas aus dem Gleichgewicht fällt, dann leiden wir alle.

Dann fragte ich mich, was über uns Menschen steht? Meinem Mann kam der Gedanke, dass wir deswegen vielleicht den Gott "erfunden" haben. Etwas muss über uns stehen, sonst hätte gar nichts einen Sinn.

LG

Niphredil

Sonntag, 1. Mai 2011

Dein Weg und wohin er führt: nie ans Ziel!

Hey ihr Lieben. Ich und mein Mann hatten dieses Wochenende einen richtigen philosophier Kick.

Wir hatten am Anfang soviele Pläne für dieses Jahr und so wie es aussieht, wird einfach nichts klappen. Klar die Magisterarbeit, das ist das einzige. Kinderwunsch, neuer Job, kleines Geschäft: nichts wird klappen (dieses Jahr). Wir steuern beide langsam auf die 30 Jahre zu. Wir haben keine Midlifecrisis, ganz im Gegenteil. Wir blicken in unsere Vergangenheit zurück und sind darüber glücklich, dass alles bisher zu verlaufen ist. Wir bereuen nichts. Nun jedoch, blicken wir in die Zukunft und fragen uns: Was kommt? Soll es das schon gewesen sein? Wir studieren/arbeiten und irgendwie kommt nichts dabei raus.

Das Geld reicht nie, auch wenn man mehr verdient. War das so abgemacht?

Die Ziele die man hat erreicht man nicht. War das so abgemacht?

Letztlich haben wir uns im Garten so ausgekotzt und mein Mann gab ein Beispiel: Früher als ich jünger war, war ich schon darüber glücklich, wenn ich am weitesten meinen Schlappen werfen konnte. Wir mussten beide über das Beispiel herzhaft lachen, er dann weiter: und heute? Denkst du nur drüber nach, wohin der Schlappen fällt. Entweder fliegt er jetzt in den Teich oder auf ne Blume, die dann kaputt ist. Ich meinte noch, er solle doch einfach mal seinen Schlappen werfen. Er wirft seinen Schlappen und wo landet er? Aufm Dach. Ich kann euch nicht sagen, wie wir in dem Moment uns kaputt gelacht haben. Wieder geplant und dann kommt alles doch ganz anders.

Die Frage ist nur: Gehen wir überhaupt den Weg der uns ans vermeindliche Ziele bringen soll? Warum klappt im Leben nichts, was man plant? Vielleicht sind unsere Schritte "falsch"? Wie kann man an sein gewolltes Ziel kommen, wenn man einen anderen Weg geht?

Ist es nicht vielleicht so, dass wir jeden Schritt genauestens kontrollieren müssen, damit wir unser Ziel in dem WirrWarr unserer Welt nicht verlieren?

Schönes Beltane euch...

LG

Nip

Dienstag, 29. März 2011

Bücher für "Frauen"

Da mich das Thema "Mannsein" und "Frausein" interessiert, hab ich mal gedacht, dass ich mal bei Amazon stöbern kann und schauen kann, welche Literatur es denn so für Frauen gibt. Ich weiß nicht, ob ich eine total komische Meinung habe, aber schauen wir uns zum Beispiel dieses Buch an: http://www.amazon.de/Nat%C3%BCrlich-weiblich-Heimatlosigkeit-Frau-Patriarchat/dp/3935937288/ref=pd_sim_b_56

Ich habe es nicht gelesen, habe mir aber die Beschreibung und den Kommentar dazu durchgelesen. Zitat: "Das Leugnen der biologisch begründeten Geschlechterdifferenz führt heute zu einer Selbstentfremdung der Frau, zumal die jüngste Forschung beweist, dass die Frau von der Natur eindeutig bevorzugt wird und die Frau lebenstüchtiger ist als der Mann." Ich weiß nicht, sind wir im Bürgertum des 19. Jahrhunderts angelangt? Oder Zitat vom Kommentar einer Leserin: "Oder auch dem feministischen Aberglauben, dass man zur Frau erzogen wird und das ganze nichts mit der Biologie zu tun hat."

Feministischer Aberglaube? Später: "Homosexualität bei Frauen weitaus natürlicher ist als ihre Heteresexualität."

Bei Behauptungen, die am Körper irgendwie ablesen, wie sich bestimmte Menschen zu verhalten haben und welches sexuelle Ausleben damit nun "richtiger" wäre, lassen bei mir die absoluten Alarmglocken schrillen. Warum machen wir das überhaupt nur beim Geschlecht? Es kommt doch auch keiner auf die Idee zu sagen: Hey du hast so große Hände, dann werde Bäcker. Hey du hast blaue Augen, dann musst du romantischer sein. Hey du bist dick, dann musst du faul sein und stinken. Hey du hast einen großen Mund also redest du bestimmt viel.

Klar dann kommen manche Wissenschaftler, am meisten Neurowissenschaftler, die dann behaupten, dass irgendwelche Regionen im Gehirn bei einem bestimmten Geschlecht ja ausgebildet sind. Das ist aber eine Frage: was war zuerst da? Das Huhn oder das Ei? Sind wir so, weil unser Gehirn dafür ausgelegt ist oder wird unser Gehirn aufgrund unseren Zuschreibungen und unseren Erfahrungen in bestimmten Bereichen zu denen wir gezwungen werden (Frauen + Emotionen zum Beispiel) so?

Es gibt nicht nur Mann oder Frau. Dazwischen gibt es etliche Sachen, nur leider werden sie versteckt, weil unsere Zeit bzw. Gesellschaft es nicht verstehen wollen. Wieviele Menschen wurden traumatisiert, weil sich Eltern bei der Geburt für ein eindeutiges Geschlecht entschieden haben? Mann und Frau sind Aberglaube. Unser Körper sagt nichts über unser Denken, Glauben, sexuelle Ausrichtung oder Verhalten aus.

Ich wehre mich gegen die Gleichung: Geschlecht=Bestimmung

Und das schlimme an diesem Thema ist, dass solche Autoren nicht behaupten, dass das Geschlecht eine soziale Konstruktion ist, sondern eine Biologische. Damit wird ein Eindruck vermittelt, dass das ganz festgeschrieben ist und zum Überleben wichtig wäre. Als ob heute irgendwie ein Überleben wichtig wäre. Wir haben uns eine so eigene Umwelt gebaut, wir brauchen ja fast keine Natur (in paar Jahrzehnten geh ich mal von aus). Sogar die angebliche Natur ist kontruiert. Wann beginnt denn der Frühling? Eben, wenn die Narzissen blühn oder wenn es im Dekoshop kleine Gänseblümchendeckche gibt. Herbst ist es, wenn man Kastanien findet und die Blätter sich verfärben. Wäre es noch Herbst, wenn es keine Menschen gäbe? Selbst wenn der Kalender Dezember anzeigen würde und die Blätter sich immernoch nicht verfärbt hätten, wäre es dann dennoch ein Winter? Würden wir nicht rebellieren: hey wann fallen die Blätter von den Bäumen? Die Natur hat keinen Platz, sie hat zeitig zu funktionieren, wie wir es fordern. Im Zeitplan bleiben, den wir definieren was die Jahreszeiten sind.

Soviel zu Frau und Natur. Wie wir es mit der Natur machen, so machen wir es mit dem Geschlecht. Zeitig funktionieren und irgendjemand definiert wie wir uns zu verhalten haben oder wo unsere angebliche Stärken und Schwächen liegen.

Würden Wissenschaftler mein Hirn untersuchen, wäre meine mechanische Ecke sicherlich total unterentwickelt. Ich kenne auch den Grund: Mein Vater der echt zu blöd war einer Frau zuzutrauen auch am Wagen etwas zu reparieren.

LG

Nip

Niphredil´s Hexentaverne

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Zitat des Monats:

Es wohnt Genuss im dunklen Waldesgrüne, entzücken weilt auf unbetretener Düne, Gesellschaft ist, wo alles menschenleer, Musik im Wellenschschlag am ewigen Meer. Die Menschen lieb ich, die Natur noch mehr. Lord Byron

***~~***

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